Freitag, 10. Juli 2009

Verfassungsschutz, die Zweite

Am 3. Juli hatte ich eine Anfrage an das Bundesamt für Verfassungsschutz gestellt. Überraschenderweise hat mir das Bundesamt geantwortet. Allerdings hätte ich die E-Mail fast aus meinem Posteingang gelöscht, denn sie hatte lediglich einen kryptischen Betreff, keinen Text und eine Word-Datei als Anhang, die den eigentlichen Text enthielt.

Hier nun der entscheidende Wortlaut dieser Antwort:
das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat gem. § 3 BverfSchG die gesetzliche Aufgabe, Informationen über verfassungsfeindliche und sicherheitsgefährdende Bestrebungen sowie Tätigkeiten fremder Geheimdienste gegen die Bundesrepublik Deutschland zu sammeln und auszuwerten, um insbesondere die Bundesregierung über die Sicherheitslage zu unterrichten.
Zur Erlangung weiterer Informationen über das BfV verweise ich auf die Broschüre „Verfassungsschutz-Was wir für Sie tun“, die Sie auf unserer Homepage (www.verfassungsschutz.de) unter Publikationen einsehen können und auf den Kommentar zu § 3 BverfSchG im „Handbuch des Verfassungsschutzrechts“ (Seite 92ff) von Dr. Bernadette Droste (Richard Boorberg Verlag, 2007).
Ich möchte noch erwähnen, dass die Verfassungsschutzbehörden nicht die politische Willens- und Entscheidungsbildung beobachten. Zumal auch das Recht der freien Meinungsäußerung in einer demokratische Gesellschaft mit Absicht einen hohen Stellenwert, geschützt durch das Grundgesetz (Artikel 5), hat

Vielleicht habe ich mich in meiner ersten Mail nicht klar genug ausgedrückt, daher habe ich nun folgende Antwort an die Poststelle des Verfassungsschutz geschickt:
vielen Dank für ihre schnelle Auskunft. Sie haben es mir allerdings schon sehr schwer gemacht, ihr Nachricht zu lesen. Das was sie mir da als Word-Dokument geschickt haben, hätten Sie ja auch in der E-Mail schreiben können, mal abgesehen davon, dass ich weder Microsoft Office noch Microsoft Windows besitze. Ich würde Sie daher bitten, mir in Zukunft keine verschlossenen Dokumente zu schicken, die ich nicht lesen kann.
Nichts desto trotz ist es mir gelungen ihre Nachricht zu entziffern.

Laut §3 BBVerfSchG (http://bundesrecht.juris.de/bverfschg/__3.html) ist es doch ihre Aufgabe, Informationen zu Bestrebungen zu sammeln und auszuwerten, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind. Das zuletzt von CDU/CSU und SPD beschlossene ZugErschwG (http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz) verstößt nach Meinung vieler Verfassungsexperten gegen die Gewaltenteilung und gegen den von Ihnen zitierten Artikel 5 GG.
Da dieses Gesetz höchstwahrscheinlich in die Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht kommt, ist hier noch keine Gefahr in Verzug. Allerdings gibt doch der seit dem 11. September 2001 zunehmende Aktionismus des Bundesinnenministeriums und die darauf folgenden Gesetzesinitiativen genügend Anlass zur Sorge, ob die Regierungsparteien noch auf dem Boden unseres Grundgesetzes stehen.

Sie schreiben, dass sie "nicht die politische Willens- und Entscheidungsbildung beobachten", aber wie erklären Sie dann eine Beobachtung der NPD während sie eine Beobachtung der CDU offensichtlich ablehnen. Wer legt die Kriterien für die Beobachtung politischer Parteien fest? Die NPD hat zumindest nach meinem Kenntnisstand noch kein Gesetz verabschiedet, von dem bereits im Vorfeld klar war, dass es verfassungswidrig ist. Die CDU hat jedoch bereits mehrere verfassungswidrige Gesetze auf den Weg gebracht, die die Einschränkung grundlegender Bürgerrechte zum Ziel hatten.
Durch welche Hinweise oder Aktivitäten wird das Bundesamt für den Verfassungsschutz nun tätig? Ab wann kann eine Partei als "gefährlich" eingestuft werden, damit ihr Amt tätig wird, und deren Aktivitäten untersucht?

Ich, als einfacher Bürger, gebe Ihnen mit dieser E-Mail Hinweise auf verfassungsfeindliche Tendenzen in den Unionsparteien. Reicht dies, oder werden Sie nur durch Weisung des Innenministeriums tätig? Wenn dem so ist, was für einen Sinn hat dann der Verfassungsschutz, wenn verfassungsfeindliche Tendenzen sich in den Regierungsparteien ausbreiten?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen

Sonntag, 5. Juli 2009

Können die Piraten die 5% Hürde knacken?

Nein. Die Piratenpartei muss die 5% Hürde knacken, ansonsten ist es wahrhaft schlecht bestellt um unsere freiheitliche Grundordnung.
Ich will jetzt hier nicht noch mal all die verfassungsfeindlichen Gesetze unserer derzeitigen Regierung aufführen, weil mir allein schon bei dem Gedanken daran schlecht wird. Dieses mal möchte ich kurz begründen, warum ich es für so enorm wichtig halte, dass die Piratenpartei den Einzug in den deutschen Bundestag schafft.

Zum Glück verlieren die "Volksparteien" zunehmend ihre Wähler, größtenteils weil sie einfach haarsträubend schlecht sind, zum anderen, weil ihnen die Wähler schlicht einfach wegsterben. Trotzdem sind die zwei Parteien, die unser Grundgesetz gern mal als Toilettenpapier zu missbrauchen scheinen, immer noch groß genug, um sich zusammen zu rotten, und danach geschlossen unsere Demokratie zu Grabe zu tragen.
Das langfristige Ziel aller Demokraten muss es daher sein, die beiden Parteien (naja, nennen wir sie lieber Verräter und Verfassungsfeinde) zumindest soweit zu dezimieren, dass sie keine verfassungsändernde Mehrheiten mehr im Bundestag stellen können. Sie dürfen also zusammen nicht auf zwei Drittel der Abgeordneten kommen, das wären 66%.
Ideal wäre es natürlich sie gleich unter 50% zu drücken, damit die beiden ja nie mehr zusammen koalieren können.

Deshalb muss die Piratenpartei ins Parlament einziehen. Je mehr demokratische Parteien sich gegen die CDU/CSU und die SPD stellen, desto höher sind die Chancen, dass unsere Demokratie nicht vor die Hunde geht.

Ich fordere daher alle demokratischen Anhänger der CDU/CSU und der SPD dazu auf, bei der nächsten Bundestagswahl ihr Kreuz bei der Konkurrenz zu machen. Von mir aus auch bei der FDP, den Grünen oder den Linken (letztere Wahlempfehlung fällt mir dennoch schwer). Am liebsten wäre mir natürlich, wenn ihr euer Kreuz bei den Piraten machen würdet.

Samstag, 4. Juli 2009

Parteien von heute, Parteien von morgen [Update]

Der Piratenpartei wird zur Zeit immer vorgeworfen, dass sie kein vollständiges Programm hat. Das sehen viele Menschen als Grund an, die Piratenpartei nicht zu wählen.

Richtig ist, dass die Piratenpartei keine Volkspartei ist, die meint zu allen gesellschaftlichen Themen eine Stellung beziehen zu müssen. Aber ist das denn wirklich schlecht?

Alle Parteien, die heute im Bundestag vertreten sind, haben ein sogenanntes Vollprogramm. Aber keine einzige dieser Parteien kann heute noch den Anspruch erheben, die absolute Mehrheit der Abgeordneten zu stellen. Um eine Regierung zu bilden, sind diese Parteien gezwungen, Koalitionen mit anderen Parteien einzugehen.
Da jedoch jede Partei in allen Bereichen einen Standpunkt vertritt, führt dies zu Kompromissen in allen Bereichen. Je umfangreicher die Programme der Parteien sind, desto schlimmer wirken sich Kompromisse aus. Das können wir bei jeder großen Koalition beobachten.

Früher konnten sich die Menschen nur eine Meinung bilden, indem sie sich Informationen aus den Massenmedien besorgt haben oder den politischen Veranstaltungen von Parteien lauschten.
Daher herrschte in den Anfangstagen unserer Demokratie die Meinung vor, dass eine Zersplitterung im Parlament gefährlich für die Demokratie wäre. Das trifft sicherlich dann zu, wenn jede Partei ein eigenes Vollprogramm hat, und es dadurch zu ständigem Streit zwischen den Parteien kommt.

Doch heute können wir uns viel besser informieren. der klassische Journalismus (wenige informieren viele) wandelt sich, da jeder Mensch potenziell Journalist (Blogger) werden kann (viele informieren viele). Durch diesen verbesserten Informationsmechanismus kann man sich gezielter über die politischen Ziele von Parteien informieren.

Und je umfangreicher die Programme von Parteien sind, desto häufiger wird der Fall eintreten, dass der geneigte Wähler Punkte findet, mit denen er nicht übereinstimmen kann. Allerdings sind diese Programme so groß, dass die Wähler eigentlich die Katze im Sack wählen, weil sie sich nicht das gesamte Programm durchlesen wollen.

Wenn jetzt also Parteien kleine Programme, mit klar umrissenen Profil haben, kann man sehr gut abschätzen, ob diese Ziele einem wichtig sind. Der Konflikt mit dem Programm wird minimiert, und somit kann man einer Partei eher seine Stimme geben, ohne das mulmige Gefühl, jemanden zu wählen, der vieleicht in dem einen oder anderen Punkt vollkommen konträr zur eigenen Überzeugung steht.

Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass diese Parteien dann im Abstimmungsverhalten unberechenbar sind. Aber mal abgesehen davon, dass dies auch auf Vollprogramm-Partei-Abgeordnete zutrifft, würden diese Partei-Abgeordnete sich im Falle eines Falles einfach der Stimme enthalten, oder aber mit dem Koalitionspartner stimmen.

Gäbe es also mehrere kleine Parteien, mit klar umrissenen Profil, könnten die Wähler sich gezielt für diese entscheiden. Im Bundestag würden sich diese Parteien dann zu Koalitionen zusammenschließen, und den anderen Parteien ihr jeweiliges Themengebiet überlassen.

Ich hätte kein Problem damit, falls die Piratenpartei es in den Bundestag schafft, wenn sie sich zu Fragen, die nicht ihren Kernthemen entsprechen, enthalten. Falls sie es sogar in eine Koalition schaffen, hätte ich auch kein Problem damit, wenn sie sich bei solchen Themen, der Meinung des Koalitionspartners anschließen. Nur bei den Kernthemen muß eine Partei ihrer Linie treu bleiben, und gegebenfalls bis zum Koalitionsbruch kämpfen.

Volksparteien sind ein Konzept der Vergangenheit, in der es wichtig war, möglichst viele Bürger politisch zu bilden. Heute findet die politische Bildung im Netz statt.

Wenn die politische Sitution sich so ändert, wie ich es in dieser Vision geschildert habe, dann könnte der nächste Schritt eine Änderung des Wahlrechts sein, indem man z.B. nicht nur eine Partei wählt, sondern mehrere Stimmen auf mehrere Parteien verteilen kann (ähnlich wie bei Kommunalwahlen mit kummulieren und panaschieren)

[Update]
Mir fällt gerade noch ein, dass es sich bei Parteien, wie der Name ja bereits sagt, um Teile der Gesellschaft handelt. Insofern ist es ja geradezu überheblich, wenn eine Partei den Anspruch erhebt, für alle Teile der Gesellschaft zu sprechen.

Freitag, 3. Juli 2009

Anfrage beim Bundesamt für Verfassungsschutz

Auch wenn ich mit E-Mails an Behörden oder Ministerien bislang keine besonders guten Erfahrungen gemacht habe, so konnte ich einfach nicht anders, und habe mich heute Rat suchend an den Verfassungsschutz gewendet. Ich hoffe doch, dass diese Behörde meine Anfrage ernster nimmt, als das Bundesfinanzministerium.

Hier also nun der Wortlaut meine E-Mail an das Bundesamt für Verfassungschutz:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich sehe mit Besorgnis eine zunehmende verfassungsfeindliche Haltung einiger Parteien, die heute bereits im Bundestag vertreten sind. Namentlich handelt es sich hierbei um die Fraktion der CDU/CSU und die Fraktion der SPD.
Ihre Behörde untersucht Bestrebungen in Parteien, die gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet sind. Diese Arbeit ist sehr wichtig, da die Demokratie von vielen Seiten bedroht wird. In den letzten Jahren beobachte ich jedoch eine Zunahme von Gesetzesbeschlüssen von oben erwähnten Parteien, die nur durch Urteile des Bundesverfassungsgerichtes zurückgenommen wurden.
Sie kennen sicher die Urteile des Bunderverfassungsgerichts zu einigen Gesetzen der Bundesregierung der letzten Jahre, dennoch möchte ich hier noch einmal darauf verweisen:
Da diese Parteien an den Schaltzentralen der Macht sitzen, empfinde ich diese Parteien als wesentlich gefährlicher, als viele der Splitterparteien, die Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit beobachten. Als wären diese "Warnschüsse" des Bundesverfassungsgericht nicht schon ein hinreichender Grund, Gesetzesvorhaben vor dem Beschluss auf ihre Verträglichkeit mit dem Grundgesetz zu überprüfen, werden von der Bundesregierung weiterhin Gesetze beschlossen, die verfassungsrechtlich äußerst bedenklich sind, zuletzt das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen.

Ich würde gerne von Ihnen wissen, ob Sie die Aktivitäten der Parteien CDU, CSU und SPD hinsichtlich ihrer Verfassungstreue bereits untersuchen? Falls Sie der Ansicht sind, dass diese Parteien nicht in Ihren Aufgabenbereich fallen, würde mich die Begründung dafür interessieren.

Vielen Dank für Ihre Mühe

Mit freundlichen Grüßen


Mittwoch, 1. Juli 2009

Angst und Konsumterror

Wir müssen Angst haben, so zumindest wird es uns allen Tag für Tag in den Medien mitgeteilt. Angst vor Terroranschlägen, Angst vor Infektionskrankheiten, Angst vor Flugzeugabstürzen, Angst vor Phishing-Attacken. Angst, Angst, Angst.

Doch wie real sind denn all die Gefahren, vor denen wir permanent gewarnt werden, wie gefährlich ist unser Leben, dass wir dafür bereit sind unsere Grundrechte aufzugeben oder zumindest einschränken zu lassen?

Wir müssen Flüssigkeiten in Klarsichthüllen packen, wenn wir an einen anderen Ort fliegen möchten. Das ist Angst verpackt in Klarsichthüllen, sichtbar für jeden, der noch nicht von der großen Angstwelle erfasst ist.

Wer keine Angst hat, ist verdächtig. Nur wer Angst verbreitet, muss keine Angst haben. Wer von uns wurde denn bereits Zeuge eines Terroranschlags? Oder wer wurde sogar schon Opfer eines solchen? Wer kennt jemanden, der schon unter einer pandemischen Infektionskrankheit gelitten hat, oder wer war selbst daran erkrankt? Wer kennt ein Opfer eines Flugzeugabsturzes, oder wer hat einen solchen bereits erlebt oder überlebt? Wem wurde denn bereits sein gesamtes Geld vom Konto geraubt?

Wir haben uns heute bereits so sehr daran gewöhnt, am Flughafen durchsucht und durchleuchtet zu werden, dass es ganz selbstverständlich ist, dass Fliegen in vielerlei Hinsicht unvernünftig ist. Zum einen, weil das Flugzeug höchstwahrscheinlich abstürzen wird, und falls es das wie durch ein Wunder nicht macht, wird man doch sicher Opfer eines terroristischen Anschlags oder zumindest einer Entführung.

Warum nur müssen wir so viel Angst vor dem Fliegen haben? Welche Interessen stecken hinter einer solchen Angst-Kampagne? Sind es die Fluggesellschaften selbst, die diese Angst schüren, um damit immer höhere Investitionen in Sicherheitstechnik zu rechtfertigen, und damit einhergehend immer höhere Flugpreise?

Viren-Erkrankungen gibt es bereits seit jeher. Sie sind ein vollkommen normales Regulativ gegen Überbevölkerung. Seit es Menschen gibt, die sich in Ballungsräumen zusammenschließen, werden diese Opfer von Epidemien. Natürlich ist es legitim, gegen diese Epidemien vorzugehen, aber muss man deshalb die Menschheit in permanente Angst versetzen? Das Vorgehen der WHO gegen die Vogelgrippe oder die Schweinegrippe ist ein völlig normaler Vorgang, um möglichst effizient die Verbreitung solcher Krankheiten einzudämmen. Aber das mediale Ausschlachten dieser Arbeit zur Panik-mache ist verwerflich. Am Ende werden wir am Flughafen nicht mehr nur durchsucht und durchleuchtet, sondern gleich noch nach allen möglichen Infektionskrankheiten untersucht.

Täglich flattern bei unbedarften Anwendern E-Mails ins Haus, die ihnen suggerieren, ihre Rechner wären gefährdet. Sie installieren daraufhin Software, die sie vermeintlich vor den Gefahren, die im Internet lauern, schützen soll. Und wie eine selbst erfüllende Prophezeiung melden diese Programme dann, dass der Rechner bereits infiziert ist. Solche Programme haben den schönen Namen Scare-Ware, weil die mit der Angst arbeiten, dabei sollte man eigentlich vor solchen Programmen Angst haben.

Man kann heute auch nicht mehr einfach so durchs Internet streifen, denn an jeder Ecke könnte das Verbrechen lauern. Hinter jedem Link verbirgt sich möglicherweise eine Seite mit kriminellen Inhalten. Böse Seiten, die nur an die PIN und TANs der Bankverbindung herankommen wollen, oder es sind gleich Seiten mit kinderpornographischen Bildern, die den gesetzestreuen Bürger anfixen wollen, um ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen, wenn er dann endlich diese Inhalte kauft. Seiten mit Bombenbauanleitungen und Killerspielen, die einen nur durch das bloße Betrachten zum Verbrecher machen. Man läuft durch jeden Mausklick Gefahr, auf die Fahndungslisten der Strafverfolgungsbehörden zu gelangen. Man ist Verbrecher, allein durch die Nutzung des Internets.

Der einzige Ort, an dem wir uns noch sicher fühlen können, ist unser eigenes Heim. Wenn wir nicht fliegen oder uns im Internet tummeln, nicht aus dem Haus gehen, dann kann uns nichts passieren. Wer nicht fliegt, kann nicht abstürzen. Wer keine Menschen trifft, kann nicht angesteckt werden. Wer nicht surft, kann nicht in die Fallen der Internet-Verbrecher tappen.
Es sind nicht die Menschen, die zählen. Es ist nur ihr Geld das wichtig ist. Wenn die Menschen nicht ihr Geld für allerhand Dinge ausgeben, dann sind sie für die Gesellschaft wertlos. Wir brauchen Wachstum, damit unser Finanzsystem funktioniert. Wachstum kann nur durch mehr Konsum erreicht werden. Doch wir haben doch schon alles. Was könnte man denn noch brauchen? Wir haben doch bereits mehr als wir tatsächlich benötigen. Die begrenzte Lebensdauer von Produkten reicht heute mittlerweile nicht mehr, um das Wachstum der Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es muss neuer Bedarf geschaffen werden. Die Menschen müssen Produkte kaufen, die ihr Leben sicherer machen. Klarsichthüllen für den Flug in den Urlaub. Tamiflu für die nächste Pandemie. Anti-Viren Software für den PC. Biometrische Ausweise zur Abwehr von Terror. Raucher-Entwöhnungs-Produkte, damit die Pharma-Industrie daran und an den Alterskrankheiten der Menschen verdienen können, die sonst viel zu früh verstorben wären.

In einer freien Marktwirtschaft würden sich solche Fehlentwicklungen von ganz alleine regulieren. Wenn ein Unternehmen Produkte anbietet, die keiner kauft, dann wird dieses Unternehmen vom Markt gefegt. Wenn ein Unternehmen Produkte zu überteuerten Preisen anbietet, dann wird diese Produkte niemand mehr kaufen und das Unternehmen wird pleite gehen. So sieht es zumindest in der Theorie aus, aber warum gibt es dann so viele Produkte, die eigentlich niemand braucht. Warum gibt es Anti-Viren-Software? Warum ist Tamiflu so erfolgreich? Und warum werden Klarsichthüllen produziert?

Der Grund ist Angst! Angst vor Terroranschlägen zwingt uns dazu, Klarsichthüllen zu kaufen oder den neuen biometrischen Ausweis zu bezahlen. Angst vor Millionenstrafen der Verwertungsindustrie zwingt uns dazu, Musik und Filme überteuert zu bezahlen. Angst vor sozialer Ausgrenzung zwingt uns dazu, das neueste iPhone oder die schickesten Klamotten zu kaufen. Angst vor Viren-Infektionen zwingt unsere Behörden dazu, Vorräte an Tamiflu anzuhäufen. Angst vor Übergriffen auf unsere Daten zwingt uns dazu Sicherheitssoftware zu kaufen. Angst vor einem veraltetem PC zwingt uns dazu neue Rechner und neue Software zu kaufen, obwohl der alte es noch lange gemacht hätte.

Diese Angst wird von den Regierungen verbreitet, die gemeinsame Sache mit der Wirtschaft macht. Diese Angst wird von den Medien verbreitet, die an der Besorgnis der Menschen verdient, weil sie Werbung für Produkte verkauft.

Wir sollten wieder öfter darüber nachdenken, was wir wirklich benötigen. Und wir sollten all denjenigen, die uns Angst machen wollen deutlich machen, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Wir müssen nicht auf unsere Bürgerrechte verzichten, um in Sicherheit zu leben. Wir müssen den Leuten Angst machen, die uns Angst machen wollen. Wir haben keine Angst, aber sie sollten langsam Angst vor uns bekommen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Offener Brief an Ursula von der Leyen

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

ich möchte mich bei Ihnen für Ihren unermüdlichen Kampf für das Wohlergehen unserer Kinder ganz herzlich bedanken. Auch will ich Ihnen Mut zusprechen, in diesen schweren Zeiten, in denen diese sogenannten Bürgerrechtler Ihnen das Leben zur Hölle machen wollen.

Sie haben vollkommen Recht, dass Sie das Internet von diesem kinderpornographischen Schund befreien. Ich verstehe auch vollkommen, dass Sie dabei auf hinderliche Verzögerungen verzichten. Wir alle wissen doch nur zu genau, wie lange sich deutsche Gerichte Zeit lassen, um eine Entscheidung zu treffen. Zeit, in der weiter unschuldige Kinder vergewaltigt werden.

Dem einen Riegel vorzuschieben wurde schon lange mal Zeit. Aber auch wenn Sie bei dieser Aufgabe meine Unterstützung haben, muss ich Sie doch darauf hinweisen, dass Sie nicht weit genug gehen.

Wir alle wissen doch, dass diese Verbrechen nicht nur im Internet stattfinden. Oftmals werden Kinder sogar in Wohnungen vergewaltigt. Ja, Sie haben richtig gehört: In Wohnungen! Das ist in meinen Augen ein Skandal. Sie, liebe Frau von der Leyen, werden daher meinen Aufruf an Sie verstehen, denn es geht Ihnen ja auch um die Kinder.

Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass "Bürgerrechtler" sich einfach in ihre Wohnungen zurückziehen, und dort die abscheulichsten Verbrechen planen oder sogar durchführen. Die Wohnung darf nicht länger ein rechtsfreier Raum sein!

Daher bitte Ich sie, tun Sie etwas. Ich schlage deshalb vor, dass jede Wohnung demnächst vom BKA mit Videokameras überwacht werden muss. Denn was ist uns wichtiger, ein bisschen Privatsphäre, oder das Wohl unserer Kinder?

Dieser offene Brief, entstand auf Anregung dieses offenen Briefes.

Mit freundlichen Grüßen
Argeleb

Montag, 22. Juni 2009

Die Presse - was für ein Mist

Ich denke ja mittlerweile, dass es die klassischen Zeitung zunehmend schwerer haben werden. Ein Freund von mir hat mir berichtet, dass es in den USA fast gar keine gedruckten Zeitschriften mehr gäbe (naja, Schmierblätter gibts vermutlich immer noch, aber ernst zu nehmende Zeitschriften eben).

Das hat natürlich viele Gründe, einer davon dürfte sicher die Aktualität sein, gerade wenn es um Entwicklungen im technischen Umfeld geht (Software, etc.).

Nichts desto trotz bin ich ein Freund der Tageszeitung. Nicht das Lokalblatt, sowas interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Nein, ich bin Leser der Financial Times Deutschland.

Ich war lange Jahre Abonnent des Handelsblattes, und ich habe diese Zeitung wahrhaft geliebt. Bis zu dem Tage, als sie sich dazu entschlossen haben, den Finanzteil in eine Beilage im Tabloid Format auszulagern.

Ich habe damals wirklich lange mit mir gerungen, aber dieses Format hat mir nicht gefallen.
Also habe ich das Handelsblatt abbestellt und stattdessen die FTD abonniert. Und jedes mal, wenn mich eine nette Dame anruft, um mir ein Abo schmackhaft zu machen, lehne ich ab, wenn die Finanzzeitung immer noch als Beilage daherkommt.

Bislang hat sich die FTD zurückgehalten, aber heute morgen hätte ich mich fast an meinem Kaffee verschluckt, als ich den Artikel "Freibeuter im Parlament" lesen musste. Dort schreibt die FTD in etwa:

[...] Nun also die Piratenpartei. Ihr Anliegen: Sie will das Urheberrecht aushebeln und propagiert den Datenklau. Kostenlos Filme, Musik, Fotos und Bücher aus dem Netz herunterzuladen gehöre zu den Grundrechten, heißt es im Programm. In Schweden stimmten vor allem junge, technikaffine Männer für die Piraten.In deren Reihen soll sich nun ein Politiker tummeln, gegen den wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt wird [...]

Selten so einen Blödsinn gelesen. Ich hab dann nochmal kontrolliert, ob mir jemand vielleicht die BILD unter gejubelt hat.
In diesem Fall muss ich nicht mit mir ringen. Hier ist die Sache vollkommen klar. Das war's FTD, Tschüss und auf nimmer Wiedersehen.

Ich kehre nun also reumütig zum Handlesblatt zurück, unter anderem auch deswegen, weil es dort Journalisten gibt, die sich mit einer Thematik beschäftigen, bevor sie darüber schreiben. An dieser Stelle geht mein Dank an Thomas Knüwer für seinen Blog

Aber wäre es vielleicht möglich, liebes Handelsblatt, die Finanzzeitung nicht mehr als Beilage auszuliefern? Bitte!